Google’s Warnung vor sozialen Netzen
In der Financial Times von gestern steht ein Bericht, dass nun die Google Gründer Sergey Brin und Larry Page vor sozialen Netzen warnen. Heute geht auch Golem nochmal drauf ein und sicherlich findet der Artikel noch in vielen anderen Publikationen seinen Niederschlag.
Wie kommt es, dass Googles Obere sich nun so öffentlich Gedanken zum Datenschutz in Social Networks machen. Bereits vor einiger Zeit hat der Datenschützer von Google Peter Fleischer, in der Zeit bereits erste Warnungen ausgesprochen. Dabei ist Google selbst mit seinem Cookie-Problem in die Schusslinie geraten und wird nicht nur von der EU attakiert.
Einerseits gerät der gute Ruf von Google, der zu Beginn der Google Karriere sicherlich zum Erfolg von Google begetragen hat und das berühmte “don’t be evil” immer mehr in die Kritik. Das ist die Rede von Google dem Kraken. Und es gibt mittlerweile kritisch Betrachtungen wie der auf “arte” gezeigte Film oder auch der Masterplan
Sicherlich ist die Aussage von Sergey Brin, dass er Bedenken äußert, wenn in Social Networks Bilder von betrunkenen Jugendlichen auch Jahre später noch auftauchen, zu verstehen. Andererseits wirkt der Zeitpunkt zu dem diese Kritik kommt nicht ganz uneigennützig. Das Social Network von Google namens Orkut scheint nur in einige Ländern besonders verbreitet zu sein.
Facebook, MySpace und sicherlich auch unsere deutschen Netzwerke haben ganz sicher mit dem von Brin beschriebenen Problem zu kämpfen und oft genug ist StudiVZ auch bereits in die Schlagzeilen gekommen.
Die Ansätze, die nun MySpace, Facebook und zuletzt auch Google unternommen haben, um die Data Portability, scheinen darauf hinaus zu laufen, dass unterschiedliche Systeme entstehen werden und auch hier um die Gunst der Mitglieder geworben wird. Dass sich Social Networks zu einem sehr interessanten Anzeigenmarkt entwickeln könnten, zeigen alleine schon die Anwandlungen, die Facebook unternommen hat, um seinen Social Graph entsprechend zu mobilisieren. Allerdings ist es dabei genauso schnell aufgelaufen, wie bereits StudiVZ oder auch Xing, die versucht haben ihren Social Graph für Werbung einzusetzen, ohne die Benutzer tatsächlich berücksichtigt zu haben.
Google hat es in dieser Hinsicht mit seiner Strategie deutlich einfacher. Bereits sehr früh hat Google sein Nutzer an die Textanzeigen gewöhnt und auch gleich noch ein Geschäftsmodell für seine Benutzer aufgesetzt das heute überall als Adsense zum Einsatz kommt und seine Benutzer am Gewinn von Google zumindest ein klein wenig teilhaben lässt.
Die Warnungen von Brin kommen also nicht von ungefähr. Einerseits macht er sich vielleicht tatsächlich Sorgen um die Jugendlichen. Andererseits könnte man die Warnung auch so auslegen, dass hier scharf gegen die Konkurrenz der Social Networks, bei denen Google bisher nicht sonderlich stark mitwirkt, geschossen wird.
Ganz nebenbei wird auch versucht das Image von Google aufzupeppeln. Larray Page dazu: “We do have a big consumer brand. We need you to trust us otherwise we have no business.” Google muss nun erfahren, dass die Kritik um so größer wird, je größer ein Unternehmen wird. Da werden dann sogar die Anstrengungen von Google.org sehr kritisch unter die Lupe genommen, wenn es darum geht umweltfreundliche Energie für die eigenen Rechenzentren zu produzieren. Wobei das sicherlich sinnvoll ist, wenn man bedenkt, dass Google jedes Jahr 500.000 (fünf hundert tausend) neue Server zu seinem Serverpark hinzufügen will.
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